Zu Dokumentationszwecken (Arbeitssicherheit) werden Fotos von Baustellen erstellt. Müssen die Gesichter geschwärzt werden, wenn Personen zu sehen sind?

  • Fallbeispiel: Eine nicht abgeschrankte Baugrube wird für die Gefährdungsanalyse (GA) und Einsatzbesprechung fotografiert und das Bild in dem Dokument GA verwendet. Die Verarbeitung ist zum Zwecke der Arbeitssicherheit notwendig. Im Hintergrund des Bildes sind mehrere Arbeiter eines Fremdgewerkes zu sehen, teilweise erkennbare Gesichter.
  • Problematik: Ein Schwärzen der Unbeteiligten wäre im Sinne der DSGVO richtig. Jedoch ist dies in der Praxis administrativ nicht umsetzbar, da zu zeitintensiv und Programmwechsel nötig wären. Die einfache Abfrage der Einwilligung scheitert oft an der Sprachbarriere, da die meisten Mitgewerke aus internationalem Umfeld stammen.
  • Die Rechtslage: Die Erstellung der Bilder fußt auf dem Erlaubnistatbestand 6 (1) f DSGVO sowie 6 (1) c DSGVO, da die Erstellung von bebilderten GAs sowohl ein berechtigtes Interesse darstellen als auch gesetzlich verlangt sind. Grundsätzlich ist die Verarbeitung also erlaubt. Die Zugänglichkeit unberechtigter Dritter an die Bilddateien ist ausgeschlossen, da die GAs nur auf den hierzu ordnungsgemäß zur Verfügung gestellten Netzlaufwerken gespeichert werden und entsprechende Zugriffsrechte vergeben sind.
    Das Mitfotografieren Unbeteiligter müsste aber eigentlich auf einer bildrechtlichen Einwilligung des Betroffenen beruhen, diese muss nicht schriftlich erfolgen.
  • CB Praxistipp:
    A) Wenn möglich, die Betroffenen im Hintergrund kurz über das „Fotografieren für die GA“ informieren und die Chance zum Abwenden geben.
    B) Wenn möglich, den Bildausschnitt so festlegen, dass erst gar keine unbeteiligten Personen erkennbar mit darauf sind.
    C) Ist A und B gescheitert, hilft in der Praxis nur Augen zu und durch. „Beifang“ soweit vom Aufwand umsetzbar ausschneiden, einschwärzen oder eben einfach mit dem –sind wir mal ehrlich überschaubarem- rechtlichen Restrisiko leben. Am Ende sind wir nämlich alle nur Menschen und wollen einfach unseren Job machen. Solange die Bilder nicht zweckentfremdet oder irgendwo veröffentlicht werden ist die Sache im Rahmen des berechtigten Interesses absolut angemessen.

Betriebliche Vorlagen Personalbereich | Einwilligung zur Verwendung von Fotos

Neu bei mir in der Datenschutzwerkstatt / Bereich Personal-Datenschutz finden meine Kunden eine Mustervorlage zur Verwendung von Mitarbeiterbildern im betrieblichen Kontext PR, Social Media, Intranet, Internet etc..

Einsatzgebiet: Es handelt sich um eine widerrufliche Einwilligung, wie sie im schnelleditierbaren Bereich des Internets/Intranets/SocialMedias üblich ist.

Bei der Einwilligung zur Bildnutzung ist nicht zwingend ein schriftlicher Nachweis erforderlich. Im Prinzip reicht es völlig, wenn bei der Aufnahme zum (Gruppen)foto auf den Zweck und die Verwendung mündlich hingewiesen und die Einwilligung mündlich erteilt wird. Die Einwilligungserklärung empfiehlt sich im Einzelfall bzw. bedarfsgerecht sozusagen als Beweissicherung, um späteren Erinnerungslücken aus dem Weg zu gehen.

Achtung, nicht zu verwechseln mit der unwiderruflichen Abtretung des Rechts am eigenen Bild. Die unwiderrufliche Bildrechtsabtretung ist ein Formular, welches z.B. Fotografen nutzen, wenn sie Modelle für nachhaltig angelegte Kampagnen einsetzen. Hierzu befragen Sie bitte ihre Werbeagentur oder Fotografen.